Bei dem Radioteleskop LOFAR, dem Low Frequency Array, handelt es sich um ein neueartiges europäisches Radioteleskop, das von der Firma ASTRON in den Niederlanden konstruiert worden ist. Es handelt sich dabei um den Vorläufer des Square Kilometre Array. LOFAR arbeitet in dem bisher nahezu unerforschten Frequenzbereich zwischen etwa 10 und 240 Megahertz. Die Bilder werden in einem Supercomputer aus den digitalen Signalen einer großen Zahl von einfachen, unbeweglichen Dipolantennen generiert. LOFAR wird im voll ausgebauten Zustand aus 36 Stationen in den Niederlanden sowie mindestens 7 Stationen in Deutschland bestehen, die jeweils aus 192 Dipolen für den Bereich 10-90 MHz (Kurzwelle bis UKW) sowie 48 bzw. 96 Antennen für den Bereich 110-250 MHz (VHF-UHF) bestehen. Die erste deutsche Station wurde vor drei Jahren neben dem Radioteleskop Effelsberg (Eifel), welches über einen 100-Meter-Parabolspiegel verfügt, gebaut und im Juli 2009 fertiggestellt, die zweite folgte bei Tautenburg im Thüringer Wald, fertiggestellt im November 2009. Die weiteren deutschen Stationen befinden sich bei Garching (Unterweilenbach) und in Bornim bei Potsdam.
LOFAR in den Niederlanden
Weitere Stationen sind in Schweden (1), dem Vereinigten Königreich (1) und Frankreich (1) vorgesehen. Die internationalen Stationen sind im Besitz der Gastinstitute. Die Hälfte der Stationen (18) in den Niederlanden wird in einem 2x3 km Kernbereich zwischen den Dörfern Exloo, Buinen und Buinerveen angesiedelt werden. Die restlichen Stationen um diesen Kern herum werden in Entfernungen von bis zu 50 km verteilt werden. Die größten Basislinien in ganz Europa bewegen sich in einer Größenordnung von 1.500 Kilometern.
Die IuK-Infrastruktur, die LOFAR begründen wird, birgt ein großes Potential für Nicht-Radioastronomen, so daß sie das Tempo bei der Überwachung beschleunigt. Im geowissenschaftlichen Bereich sollte es möglich sein, zum Beispiel das Verständnis der natürlichen und induzierten Seismizität, Bodensenkungen, und Wasser-Management zu erweitern. Die TU Delft, das Königlich Niederländische Meteorologische Institut (KNMI) und TNO-NITG nehmen teil an der Nutzung von LOFAR für die Geowissenschaften.
Die landwirtschaftliche Anwendung von LOFAR nutzt beispielsweise die Infrastruktur der entwickelten Faser und hat als erste Anwendung ein Verfahren entwickelt, daß das Mikroklima in Kartoffelnpflanzen feststellt.
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