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Unter den sonnigen Straßen von Palermo schlummert ein Geheimnis. In einer großen Krypta sind Tausende mumifizierter Tote untergebracht. Ende des 16. Jahrhunderts begannen die Kapuzinermönche damit, hier ihre verstorbenen Ordensbrüder zu bestatten. Als Mahnung an die Lebenden richteten sie die Leichen an den Wänden auf - bis in die 30er Jahre des vorigen Jahrhunderts. Die älteste Mumie ist ein Mönch aus dem Jahr 1559, die jüngste Tote ist das Mädchen Rosalie, das dort 1920 bestattet wurde. Eine eigentümliche Aura geht von dem Kind aus, das ausschaut, als würde es schlafen ...
Erschreckend und faszinierend zugleich – Siziliens Mumien sind ein Phänomen voller Rätsel. Wer waren sie zu Lebzeiten? Wie sind sie gestorben und warum haben die Sizilianer mit den strengen katholischen Regeln gebrochen und ihre Toten derart perfekt mumifiziert und in Szene gesetzt? Ein Forscherteam stieg 2008 hinab in die Kapuzinergruft, um die Geschichte der schaurigen Grabstätte zu rekonstruieren. Sie untersuchten die Leichen und erforschten das Geheimnis der Mumifizierungsmethoden, die in den Katakomben unter Palermo angewendet wurden.
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