Archäologen haben entdeckt, daß eines der Skelette, das in der Nähe des englischen Stonehenge begraben wurde, aus dem Ausland stammt. Der Junge von etwa vierzehn Jahren soll aus dem Mittelmeerraum stammen. Das Skelett des Jungen wurde im Jahr 2002 eine Meile von der weltberühmten Steinformation entfernt gefunden. Er ist wahrscheinlich vor über 3.500 Jahren bestattet worden. Der Fund wird als "der Junge mit der Bernsteinkette" bekannt, weil diese zu seinen Grabbeigaben gehörte.
Die Forscher wußten durch eine Zahnanalyse des Jungen, wo er aufgewachsen war. Die Anteile, in denen sich während der Jugend Isotope in den Zähnen ansammeln, sind einzigartig für jede Region. Die Forscher ermittelten, daß der Junge aus Spanien, Frankreich, Italien oder auch Griechenland kam. Bereits schon einmal sind früher nach Stonehenge ausgewanderte Menschen gefunden worden. Ein Mann stammte aus den Alpen, eine andere Gruppe aus Wales. Der Junge wurde auf einem Friedhof gefunden wurde, dessen übrige Skelette aus England kommen.
Warum der Junge die gefährliche Überquerung des Ärmelkanal wagte, ist nicht genau bekannt. Möglicherweise war der Kult um Stonehenge auch in Europa bekannt und es handelte sich bei dem Jungen um einen Pilger. Aus seiner Haltung im Grab und den Grabbeigaben kamen die Forscher zu der Annahme, daß der Junge in der prähistorischen Gesellschaft einen erhöhten Status besessen haben wird. Das mag seine Präsenz in Südengland erklären.
"Schauen Sie, wer in Westminster Abbey beigesetzt wurde, das sind nicht Londoner aber wichtige Leute aus dem ganzen Land. So etwas könnte auch hier stattgefunden haben", spekuliert der Leiter der Untersuchung.
Quelle:
nos.nl