Israelische Altertümerverwaltung zeigt Entdeckung einer Mikwe neben dem alten jerusalemer Abwasserkanal.
Neue archäologische Ausgrabungen in Jerusalem zeigen, daß entgegen des landläufigen Verständnisses, König Herodes nicht allein verantwortlich für den Bau der Klagemauer gewesen ist.
Israels Altertümerverwaltungsbehörde teilte am heutigen Mittwoch mit, daß die Entdeckung einer Mikwe (rituelles jüdisches Bad) neben einer alten Drainage des Jerusalemer Abwasserkanals die bislang gültige archäologische Erkenntnis, daß die Klagemauer in ihrer Gesamtheit unter Herodes erreichtet wäre nicht stimme. Vielmehr ist es nun evident, daß der Bau erst mindestens 20 Jahre nach Herodes' Tod abgeschlossen wurde.
Die Ausgrabungen, die unter Federführung des IAA Archäologne Eli Shukron mit Unterstützung von Professor Ronny Reich von der Universität Haifa geleitet wurden führten zur Entdeckung von drei tönernen Öllampen eines Typs, der häufig im der ersten Jahrhundert n. Chr. anzufinden war, sowie von siebzehn identifizierbare Bronzemünzen.
Die Öllampen und Bronzemünzen wurden gefunden, als die Archäologen den Boden der von innen verschlossenen Mikwe gesiebt hatten.
Laut Dr. Donald Ariel, Kurator der numismatischen Sammlung der IAA, wurden die letzten vier Münzen durch den römischen Prokurator von Judäa, Valerius Gratus, irgendwann um das Jahr 1 geschlagen, irgendwann 20 Jahre nach dem Tod des Herodes geschlagen. "Das Bißchen an archäologischen Informationen beweist die Tatsache, daß der Bau der Tempelwände und des Robinson-Bogens ein gewaltiges Projekt war, dessen Umsetzung sich über Jahrzehnte erstreckte und nicht während des Herodes Lebzeiten vollendet wurde", des Weiteren fügte die IAA hinzu, daß die Beschreibungen des jüdischen Historikers Josephus, die besagen, daß erst während der Regierungszeit von König Agrippa II (Herodes Urenkel), die Arbeiten beendet worden seien."
Haaretz