Wegen durch die EU aufgelegter Fangbeschränkungen für den vom Aussterben bedrohten Hering haben die Fischer in den Küstengewässern Mecklenburg-Vorpommerns ihre Netze nach der kürzesten Heringssaison seit 1990, es handelte sich um einen Zeitraum von 17 Tagen, bereits wieder eingeholt. „Es ist bitter“, äüßerte sich heute der Chef der Fischereigenossenschaft Stahlbrode, Bernd Schütze.
Wissenschaftliche Untersuchungen zeigten, daß die Heringsbestände sark gefährdet seien. Aus diesem Grund hat die EU-Kommission die Fangquoten für den Ostseehering reduziert. Die Wissenschaftler des Instituts für Ostseefischerei sehen die Ursache für die negative Bestandsentwicklung im Rückgang von Jungtieren begründet. Nach Angaben von Meeresbiologen hat sich die Menge der adulten Heringe in der Ostsee von 330.000 Tonnen (1992) auf 76.000 Tonnen im Jahr 2010 reduziert. In 2010 beobachten die Biologen eine konstant große Larvenpopulation im Greifswalder Bodden.
Nachdem die deutsche Fangquote für den Heringsbestand der westlichen Ostsee von 2008 bis 2010 bereits um 49 Prozent reduziert worden war, beschloss der EU-Ministerrat für 2011 eine weitere Reduzierung um 30 Prozent. 2011 dürfen somit nur noch knapp 16.000 Tonnen Hering aus der westlichen Ostsee geholt werden. Für Deutschland sind das 8.763 Tonnen, 30 Prozent weniger als 2010.
NDR





