In Barcelona haben Wissenschaftler einen geschnitzten Kürbis untersucht und dabei eine womöglich sehr wichtige Entdeckung gemacht. Der Kürbis stammt aus dem Jahr 1793 und diente als Aufbewahrungsbehälter. In dem Behältnis fanden die Forscher Blutanhaftungen. Auf der Aussenseite steht (übersetzt) zu lesen "Maximilian Bourdaloue tauchte am 21. Januar sein Taschentuch in das Blut Ludwigs XVI. nach seiner Enthauptung“. Das Taschentuch ist verschwunden, die Blutreste aber noch da.
Eine DNS-Analyse des Blutes ergab, dass es zu einer Person mit blauen Augen gehört. Vom enthaupteten König ist bekannt, dass er strahlend hellblaue Augen hatte. Außerdem wäre das DNS-Profil dermaßen selten, dass es wohl eher wahrscheinlich ist, dass es aus einer königlichen Familie stammt. Die Analyse der Blutreste ist noch nicht vollständig abgeschlossen, denn man will beweisen, dass das Blut tatsächlich von Ludwigs XVI. stammt. Dazu wäre ein DNS-Abgleich mit einem Verwandten des Königs zwingend notwendig. Den Wissenschaftlern steht dazu das Herz von Ludwig XVII. - ein Sohn von Ludwig XVI. - zur Verfügung. Dieser starb 1795 im Gefängnis und sein Herz im Familiengrab in der Basilika von Saint-Denis beigesetzt. Dort befindet es sich noch heute. Jetzt fehlt nur noch der tatsächliche Abgleich der beiden Proben.
Der Forschungsleiter Carles Lalueza-Fox erklärt, dass es üblich war, dass Zuschauer einer Hinrichtung ihre Taschentücher in das Blut des Hingerichteten edintauchten. Auch bei der Hinrichtung Ludwig XVI. war dies der Fall. Darüber gebe es sehr viele Belege so der Wissenschaftler. Auch der Kürbis als Aufbewahrungsgefäß, erscheint dem Forscher ziemlich logisch. Im 18. Jahrhundert war dies sogar ein sehr beliebter Brauch, Kürbisse zu trocknen und zu verzieren und darin wertvolle Dinge auf zu bewahren.
Quelle:
Royal Blood May Be Hidden Inside Decorated Gourd : Discovery NewsKalebas bevat mogelijk ‘blauw bloed’ van Lodewijk de zestiende
Basilique de Saint-Denis