Neue Erkenntnisse über das Jerusalemer Grabtuch gewonnen

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Neue Erkenntnisse über das Jerusalemer Grabtuch gewonnen

Ungelesener Beitrag#1von Hostmaster » Mittwoch 16. Dezember 2009, 19:51

Eine Forschergruppe um Mark Spigelman und Charles Greenblatt vom Sanford Kuvin Center für Infektionskrankheiten an der hebräischen Universität von Jerusalem hat eine neue Theorie aufgestellt. Die Wissenschaftler haben zunächst nicht das Grabtuch selbst unter die Lupe genommen, sondern ein anderes Grabtuch aus einer Grabhöhle am Rande des alten Jerusalems, genau gesagt, Akeldama. Der Mann, dessen Grabtuch sie untersucht haben, genoß weder ein hohes religiöses Ansehen noch war er ein Aristokrat. Er war insofern nicht unbedingt ein Vertreter der oberen Gesellschaftsschichten. Dennoch wurde er aufwendig bestattet: Er wurde einbalsamiert und in ein Leichentuch gehüllt. Außerdem wurde ihm eine ausnehmend idyllische Ruhestätte zu Teil. Der Blick fiel von der Grabhöhle aus direkt auf den zweiten Jüdischen Tempel.

Die Beisetzung des Mannes fand in einem Ossuarium statt. Insgesamt waren 20 Steinkästen in der Höhle enthalten, die offenbar Mitglieder eine Großfamilie enthielten. Untersuchungen mitochondrialer DNS zeigten, daß nur drei unterschiedliche Halotypen bei den 20 Skeletten vorlagen. Insofern könnte es sich um ein Familiengrab gehandelt haben. Die Forscher haben das Alter des untersuchten Grabtuches mit Hilfe der Radiocarbonmethode auf die Jahre 1 bis 50 nach Christus datieren können. Im Anschluß daran haben sie die Gewebereste, die im Grabtuch abgelagert waren, mit Sequenzierungsmethoden eingehender untersucht. Dabei fanden sie nicht nur menschliche DNS, sondern sogar Gene von Erregern der Lepra und Tuberkulose.

Das Webmuster, welches zur Herstellung des Tuchstoffes des jerusalemer Mannes Verwendung fand, unterscheidet sich von dem des Turiner Grabtuches signifikant. Das Turiner Grabtuch, das zum "Grabtuch Jesu" erklärt wurde, verfügt über ein aufwendig zu fertigendes Fadenmuster. Das aktuell untersuchte Grabtuch aber ist dagegen sehr einfach gewebt. Insofern schlußfolgert die Historikerin Orit Shamir, könne das Turiner Grabtuch unmöglich aus der Zeit von Jesus Christus stammen, sondern müsse viel später gewebt worden sein.

Das Grab ist vor den Untersuchungen der Archäologen, ihre Forschungen begannen 2000, geöffnet, betreten und geplündert worden. Das Grab bestand aus einem einfachen Einstieg in einer in den Steinbruch geschnittenen Böschung, die zu rechteckigen in den Fels gehauenen Kammern auf zwei Ebenen, mit Tunneln den Wänden und mit einer Reihe von Nischen-Gräbern zur Lagerung von Knochen in einem Ossuarium führte.(Abbildung 1).

Quelle 1: PloS ONE

Quelle 2: haaretz.com
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