Archäologen streiten oft darüber, ob Kunstwerke aus der Altsteinzeit, Höhlenmalereien im Speziellen, so wiedergegeben wurden, wie sie die Menschen zur damaligen Zeit gesehen haben. Sie debattieren ebenfalls darüber, inwieweit diese Bilder tatsächlich einen kreativen künstlerischen Ausdruck enthalten, der, die phänotypischen Variation der Umgebung wiedergibt, oder konzentrieren sich auf seltene Phänotypen. Das berühmte Gemälde "Die gesprenkelten Pferde von Pech-Merle," das gefleckte Pferde an den Wänden einer Höhle in Pech-Merle, Frankreich, darstellt, ist in etwa 25.000 Jahre alt, aber die Fellzeichnung die auf diesen Bildern dargestellt ist, ist einem bekannten Muster ähnlich, das bei Pferden unserer Zeit als "Leopard" bezeichnet wird.
Wir haben neun Fellkolorierungen an 31 prähistorischen Pferden aus Sibirien, Ost-und Westeuropa und der Iberischen Halbinsel genotypisiert. Achtzehn Pferde hatten eine rotbraune Fellfarbe, sieben waren schwarz und sechs hatten ein gemeinsames Allel mit der dem Leopardenmuster entsprechenden Sprenkelung (LP), deren Erscheinungsbild nur in freier Wildbahn entdeckt wurde. LP wurde in vier Funden des Pleistozän und zwei Kupferzeit-Proben aus West-und Osteuropa erkannt. Im Gegensatz dazu fehlt dieser Phänotyp bei prähistorischen Funden sibirischer Pferde. Somit tauchen sämtliche Erscheinungsbilder von auf Höhlenbildern gemalten Pferden im Verlauf der stammesgeschichtlichen Entwicklung der Pferde auf, was beweist, daß die Darstellungen der Frühzeitmenschen sehr realistisch gewesen sind. Dieser Befund zementiert Annahmen, die davon ausgehen, daß Höhlenmalereien weniger eine symbolische oder transzendentale Darstellung als vielfach angenommen enthalten haben, sondern eine hochrealistische.
PNAS
Übersetzung: hostmaster





