Im niedersächsischen Daerstorf nahe Elstorf fanden Archäologen, noch nicht einmal einen Meter unter der Oberfläche, ein nahezu vollständig erhaltenes Pferdegrab aus der Zeit um 1.000 nach Christi Geburt. Das Einmalige daran: Das Tier war mit einem Holzeimer (vermutlich für den Hafer) bestattet worden. Die Grabungen des Helms-Museums haben bisher ergeben, daß hier sowohl ein Wohnbereich als auch ein Bestattungsbereich vorliegen. So etwas ist für die Archäologen ungewöhnlich, weil sie üblicherweise entweder das eine oder das andere finden, niemals aber beides gleichzeitig. Bisher wurden rund 200 Grabstätten ans Tageslicht befördert, vor drei Jahren wurde bereits ein Pferdeschädel entdeckt.
Zu dem Gräberfeld gehören auch die 1.200 Jahre alten Spuren eines Weges. Dieser Weg ist bereits wesentlich älter und ermöglicht eine Reihe von Rückschlüssen. Da er an dem Gräberfeld, nicht aber am Dorf entlang führt, folgern die Wissenschaftler daraus, daß mit der Gräberanlage Gebietsansprüche geltend gemacht wurden.
Quelle: HAN-online
Für den Kreisarchäologen Dr. Jochen Brandt, der die Ausgrabungen leitet, gibt es zwei in Frage kommende Erklärungen für die Beisetzung eines Pferdes auf dem Gräberfeld: Zum einen könnte es sich bei dem Pferd um die Grabbeigabe eines Bewohners mit hohen Status´gehandelt haben, doch die Alternative erscheint weitaus wahrscheinlicher. Laut Dr. Brandt weist vieles darauf hin, daß die Beisetzung des Pferdes Teil eines Opferrituals war. Eine deratige Handlung die auf einer vorchristlichen Religion basiert, sei dann wahrscheinlich im Zusammenhang mit der nordischen Götterwelt zu sehen, in deren Mythologie der Gott Odin beziehungsweise Wotan auf dem achtbeinigen Wunderpferd Sleipnir ritt.
Quelle: landkreis-harburg.de





