Archäologen haben ein historisches Schlachtfeld aus der Bronzezeit ausgegraben. Im deutschen Tollensetal wurde eine Hundertschaft von Menschen gefunden, die durch Gewalt ums Leben gekommen ist. Die Forschungsergebnisse werden in diesem Monat in der
Fachzeitschrift Antiquity veröffentlicht werden. Bereits 1996 gab es in Tollensetal Beweise dafür, daß hier schwere Kämpfe stattgefunden haben. Ein Amateur-Archäologe ergrub einen Schädel mit den Spuren einer tödlichen Kopfverletzung und einen Oberschenkel, in dem noch immer eine Pfeilspitze steckte, aus.
Taucher
Archäologen haben nun die Fläche gründlich durchkämmt. Dabei kam es nicht nur zur Untersuchung von Bodendenkmälern.
Taucher erforschten den Flußlauf, der sich durch das Tal erstreckt. Neben vielen menschlichen Überresten wurden auch Knochen von Pferden gefunden. Darüber hinaus sind einige Waffen, wie Keulen aus Holz entdeckt worden. Die Forscher nennen die Suche spektakulär und einzigartig in Mitteleuropa. Die Torfschicht, in der die Überreste gefunden wurden, diente als Konservierungsmittel. Jedes Mal, wenn der Taucher aufgetaucht war, hatte er etwas Neues entdeckt.
Keine Begräbnisstätte
Basierend auf der Radiokarbonmethode, glauben die Forscher, daß die Schlacht um 1200 v. Chr. stattgefunden haben muß. Mögliche lokale Stämme kollidierten miteinander, oder es handelte sich um eine Invasion von außen. Die Wissenschaftler schlossen aus, daß es sich um einen regelmäßigen Friedhof handelt, da keine Grabbeigaben wie Keramik oder Schmuck gefunden wurden. Frakturen der gefundenen Knochen zeigten keine Anzeichen einer Erholung an, so daß die Opfer noch vor Ort verstorben sind.
NOSÜbers.: hostmaster