In der Verfüllung einer mit Holz ausgesteiften Kloakengrube aus dem 14. Jahrhundert die sich in der nähe der 600 Jahre alten Marienkirche zwischen Braun- und Fischstraße befindet, stießen die Mitarbeiter des Bereichs Archäologie und Denkmalpflege auf einen seltenen Fund, nämlich elementares Quecksilber in Form von kleinen Kügelchen. Quecksilber kam im Mittelalter beispielsweise bei der Herstellung von Spiegeln oder der Feuervergoldung zum Einsatz. Auf zwei benachbarten Grundstücken waren Spiegelmacher in der Vergangenheit tätig. Diese Tatsache ist schriftlich bewiesen. Eventuell lebte hier früher ein Apotheker oder ein Alchemist.
Unter Zuhilfenahme naturwissenschaftlicher Untersuchungen, so Lübecks Chef-Archäologe Professor Manfred Gläser, lasse sich einiges über die genaue Zusammensetzung und geographische Herkunft des Schwermetalls herausfinden. Fest steht: Es wurde nicht in Deutschland verhüttet, „denn damals gab es hier keinen Quecksilber-Abbau, es muss also aus dem Orient oder aus Spanien stammen“, vermutet der Archäologe.
Inzwischen wurde mit der Bergung der Schwermetallkügelchen begonnen. Unter Beachtung der einschlägigen Sicherheitsbestimmungen mit Quecksilber wird das giftige Schwermetall fachgerecht entsorgt. Die Kosten für diese Aktion betragen in etwa 20.000 Euro.
Archäologen finden mittelalterliches Quecksilber in Lübeck
Neues von den Ausgrabungen im Lübecker Gründungsviertel
Ausgrabungen im Lübecker Gründungsviertel





