Die Expeditionsgruppe von Georgi Brussilow machte sich 1912 auf dem Weg zur Arktis. Man verlies Sankt Petersburg, machte sich auf dem Weg Richtung Wladiwostok um anschließend als erste Menschen überhaupt die Nordostpassage zu durchqueren. Unterwegs war man auf dem Zweimaster "Sankt Anna". Einige Besatzungmitglieder kehrten wieder in die heimat zurück, die meisten blieben jedoch für immer verschollen. Bis jetzt jedenfalls.
Im Nordpolarmeer befindet sich die Inselgruppe Franz-Josef-Land. Dort haben russische Wissenschaftler nun menschliche Überreste, Gebrauchsgüter und sogar Logbuchnotizen gefunden. Man geht davon aus, dass dies die Überreste der verschollenen Expeditionsgruppe von
Georgi Lwowitsch Brussilow sind.
Bis heute war bekannt, dass die "Sankt Anna" zwei Jahre nach der Abreise aus Sankt Petersburg von Gletschern nördlich von Sibirien eingeschlossen wurde. Von der 24-köpfigen Besatzung konnte elf Besatzungsmitglieder das festland erreichen. Zwei dieser Besatzungsmitglieder strandeten auf Franz-Josef-Land. Einer von ihnen war der Schiffsnavigator Walerian Albanow.
Erst vor wenigen Wochen hatten die Wissenschaftler die Suche nach der "Sankt Anna" aufgegeben. Fünf Tage nach Beendigung der Suche, stießen russische Grenztruppen auf ein menschliches Skelett. Außerdem fand man eine Armbanduhr, ein paar Schneeschuhe, einen Esslöffel, ein Messer und eine Sonnebrille, die aus den Scherben einer Rumflasche fabriziert wurde. Außerdem fand man einige Seiten des Schifsstagebuchs. Die vier Seiten sind auf das Jahr 1913 datiert und berichten über das tägliche Leben an Bord der "Sankt Anna".
Der einstige Navigator Albanow veröffentlichte überigens im Jahr 1917 seine Memoiren. Der sowjetische Autor Weniamin Kawerin nahm diese Erinnerungen als Vorlage für seinen Roman "Zwei Kapitäne". Dieser Roman gewann 1946 den Stalin-Preis und wurde zum Kultroman der damaligen Sowjet-Republik.
Quellen:
Sporen gedoemde poolexpeditie gevondenRussia finds last-days log of famed 1912 Arctic expedition