Das Edelgas Helium, welchen von allen Elementen über den niedrigsten Schmelzpunkt verfügt, ist im Weltall in großen Mengen vorhanden. Auf der Erde macht es sich allerdings rar. Die Destillation aus tiefkalter Luft ist nicht wirtschaftlich umsetzbar, weil der Siedepunkt bei minus 269 Grad Celsius liegt. Aktuell wird Helium aus Gasquellen gewonnen, wobei Erdgasvorkommen mitunter über einen recht hohen Heliumanteil verfügen. Die sogenannten östlichen Ölschiefer in Kentucky und Ohio, die auch eine Quelle von Erdgas darstellen, enthalten nur Spuren von Helium, nicht die relativ hohen 0,5 bis 2 Prozent, die in den Erdgasvorkommen im amerikanischen Westen gefunden wurden. Das gleiche gilt für Nordsee-Gas und Erdgasquellen in Europa.
In der jüngsten Vergangenheit stieg der Bedarf an dem kostbaren Edelgas stetig an. Insbesondere die Verbreitung von Kernspintomographen sowie Experimente auf dem Gebiet der Supraleitung benötigen große Mengen. Es wird ebenfalls für die Herstellung von Glasfasern und Flüssigkristall-Displays verwendet. Der Verbrauch steigt aktuell um vier Prozent pro Jahr an.
Die Verwendung von Helium in der Kryotechnik ist ein in sich abgeschlossenes System, daß ein Helium-Recycling möglich macht. Das gleiche könnte auch in anderen Industriezweigen durchgeführt werden, wenn Helium teuer genug wäre, so daß es sich für die Hersteller rechnen würde.
Eine Auflösung der nationalen Heliumreserve der USA, deren Volumen noch rund eine Millarde Kubikmeter umfaßt, könnte mittelfristig durch verschwenderischen Umgang mit dem kostbaren Edelgas zu einem enormen Anstieg des zur Zeit künstlich niedrig gehaltenen Heliumpreises führen. Eine Ballonfüllung kostete dann anstatt weniger Doller rund 100 US-$.
Robert Richardson gewann 1996 den Nobelpreis für seine Arbeiten zur Suprafluidität in Helium. Er ist der Floyd R. Newman Professor für Physik an der Cornell University in Ithaca, New York
Quelle: newscientist.com





