Ein Forscherteam um Matthias Rottmann vom Swiss Tropical and
Public Health Institute in Basel hat in Zusammenarbeit mit Partnern aus der Pharmaindustrie, darunter Novartis, einen neuen Wirkstoff entwickelt, der Artemisinin-resistente Erregern wirkungsvoll bekämpft.
In der Vergangenheit kam es häufig zu Resistenzen gegenüber dem Malariamittel Riamet, einer Kombination aus Artemether und Lumefantrin. Artemether leitet sich chemisch gesehen von Artemisinin ab, einem Inhaltsstoff der Pflanze Artemisia annua, die in China seit Langem zur Bekämpfung der Malaria eingesetzt wird.
Der neue Wirkstoff, der sich im Tierversuch als außerordentlich erfolgreich erwiesen hat, heißt NITD609. Diese Substanz kommt in der Natur nicht vor und zählt zur Stoffgruppe der Spiroindolone. NITD609 tötet Plasmodium falciparum und Plasmodium vivax rasch im fließenden Blut ab.
Bemerkenswert ist, daß der Wirkmechanismus der synthetischen Substanz sich stark von dem anderer bereits zur Therapie eingesetzter Wirkstoffe wie Artemisinin unterscheidet. Resistenzen sind somit erst in ferner Zukunft zu befürchten.
Bis zur Zulassung in der Humanmedizin wird es leider noch eine Weile dauern, aber man dürfte dann bei der Behandlung mit einer einmaligen Gabe bereits erfogreich sein.
infectioncontroltoday