Ist der Massentourismus schädlich für Bali?
Die Antwort auf die obige Frage ist ein klares Ja. Ja, Bali ist definitiv überlaufen. Man braucht nur einen Blick auf die unten stehenden Daten zu werfen, um zu der Überzeugung zu gelangen, daß dies der aktuelle Stand der Dinge ist:
Bali hatte im vergangenen Jahr 5,75 Millionen ausländische und inländische Touristen, die fast die doppelte Anzahl an Einwohnern der der Insel in Höhe von 3,9 Millionen bildeten. Bali ist ausgelegt für eine Aufnahmekapazität von 1,5 Millionen Touristen.
Von diesen 3,9 Millionen Einwohner nahm die Zahl der Migranten aus Java, Lombok und anderen Teilen Indonesiens in den vergangenen Jahren rasch zu und beträgt derzeit etwa 400.000, so daß die native Bevölkerung nur 89,7 Prozent der lokalen Bewohner darstellt.
Alle 48 balinesischen Strände wurden einer akuten Erosion unterworfen, so daß die Küstenlänge 181,7 Kilometer beträgt, von denen im letzten JahrzehntLandfläche diesem letzten Jahrzehnt 41,5 Prozent der Inseleigenen Küste verloren ging.
Allein in einem Jahr, es handelte sich dabei um das Jahr 2008, zeigten die Satellitendaten, daß Bali 88,6 Kilometer seiner Stränden, verursacht hauptsächlich durch massive Zonierung der Küste und Mißachtung geltender Gesetzte, einbüßte.
Während dieser letzten zehn Jahren stieg die durchschnittliche Temperatur in Bali von 28 bis 30 Grad Celsius auf 33° C an. Dies ist vor allem durch eine Zunahme der Bevölkerungsdichte verursacht. Die Zahl der Hotelzimmer, mit Ausnahme derjenigen in explosionsartig anwachsenden Hotelburgen, hat bis zu 78.000 Zimmer neu erschlossen, während die optimale Zahl 22.000 betragen würde, wie die von der Regierung in Auftrag gegebene Umfrage ergab.
Ein Hotelzimmer verbraucht im Durchschnitt 300 Liter Wasser pro Tag. Bei 78.000 Zimmern, beläuft sich der Verbrauch auf mindestens 23,4 Millionen Liter wertvolles Trinkwasser täglich, welches von der Tourismusbranche benötigt wird.
Das Ergebnis ist eine massive Verknappung von Trinkwasser in verschiedenen Teilen von Bali und akutes Einsickern von Meerwasser in das Binnenland, verbundet mit einem Anstieg des Meeresspiegels um 50 Zentimeter in den meisten Küstenregionen in Bali.
Massiver illegaler Holzeinschlag in den Wäldern von West Bali, stellt eine Gefährdung einiger Nationalparks der Insel dar. Seit 1983 hat Bali 25.000 Hektar ihres Waldes, was einer drastischen Reduzierung von einem Fünftel seiner Waldreservate innerhalb eines Zeitraums von 20 Jahren entspricht, verloren.
Der Stolz der Insel, der Bali-Tiger (Panthera tigris Balica), ist längst ausgestorben und wird bald werden seltene Vogelarten seinem Schicksal folgen, die Balistars (Leucopsar rothschildi), von denen nur ein paar Dutzend aktuell im Bestand sind.
Rund-um-die-Uhr-Staus sind mittlerweile ein alltägliches Phänomene in den meisten Teilen von Bali, vor allem in den Regierungsbezirken von Badung, Gianyar, Tabanan, Buleleng und auf den wichtigsten Autobahnen rund um die gesamte Insel.
Bali hat durchschnittlich 1.500 Hektar üppiger landwirtschaftlicher Flächen pro Jahr durch die Tourismusindustrie während der letzten 30 Jahre eingebüßt. Angesichts Balis kleiner Landmasse, ist dies als eine enorme Entfremdung zu betrachten.
Die Situation ist besonders kritisch, da die Landwirtschaft die Grundlage der balinesischen Kultur darstellt, und Land von den Insulanern als heilig betrachtet wird. Mit jedem Grundstücksgeschäft, verschwinden auf einen Schlag Tempel, die die regionale Lebensart, Zeremonien und Rituale der Balinesen, die einst auf diesem Grundstück lebten, darstellten.
An ihre Stelle tritt ein Hotel, Einkaufszentrum oder
Restaurant, daß jeden Tag eine fremde Lebensart ausstrahlt, einen schnellen Austausch der ursprünglichen Kultur. Während die Artenvielfalt durch Erosionen, die durch eine Überstrapazierung der natürlichen Ressourcen die durch einen Zustrom von Touristen verursacht werden schwindet und Änderungen der Lebensweise stark genug sind, um kulturelle Erosionen zu bewirken, werden im Land Verfremdungen verursacht, die zum raschen Aussterben der balinesischen Sitten, Traditionen und Identität führen.
Warum widerfuhr ein solches Unglück Bali?
Die Antwort liegt in der Regierung, sowohl auf zentraler und Provinzebene, zusammen mit der Tourismusindustrie, in deren Fokus Bali steht. Dies hat seinen Hintergrund darin, als in der Mitte der 1970er Jahre, als Indonesien knapp bei Kasse war, und seine Entwicklung durch Tourismus-Programm finanzieren wollte.
Dieser Raubbau an Bali ließ nicht nur das biokulturelle Erbe der Insel erodieren, sondernführte dazu, die Entwicklung von vielen anderen prächtigen indonesischen Touristenattraktionen zu hemmen.
Nehmen wir zum Beispiel den Borobudur-Tempel, der als UNESCO-Weltkulturerbe anerkannt wurde, der jährlich von nur 85.000 Besuchern im Vergleich mit mehr als einer Million Gästen der ähnlichen Angkor Wat Tempelanlage in Kambodscha, besucht wird.
Quelle:
news.asiaone.comÜbersetzung: (c) hostmaster 09/2010
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