Jean-Baptiste Lepère bereiste 1798 mit Napoleon Bonaparte Ägypten, um die Siege und Leistungen des Herrschers zu dokumentieren: Doch Lepère war mehr als nur ein Berichterstatter. Seine aktuell in einer Kölner Ausstellung zu bewundernden Zeichnungen stellen Zeugnisse einer großartigen Entdeckungsgeschichte dar.
Als Napoleon kurz nach der Landung seine Truppen zur Schlacht an den Pyramiden von Gizeh in Position brachte, soll er den Satz "40 Jahrhunderte blicken auf euch herab." gesagt haben. In diesem Bewußtsein, eine, wenn nicht die Wiege der menschlichen Zivilisation aus jahrtausendelanger Abgeschlossenheit wieder ins Licht der revolutionären Gegenwart zurückgeholt zu haben, machten sich die Gelehrten Frankreichs auf den Weg, die historischen Schätze zu sichten, vermessen, zu zeichnen oder freizulegen.
Leidenschaftlich widmete sich auch Jean-Baptiste Lepère (1761-1844) dieser Aufgabe. Mit welcher Präzision und Kompetenz er das tat, ist zur Zeit im Kölner Wallraf-Richartz-Museum zu sehen. Dort werden zahlreiche Zeichnungen von Tempeln, Skulpturen und Hieroglyphen des Mannes präsentiert, der sich selbst als "Architecte" bezeichnete.
Die Ausstellung umfasst 150 Zeichnungen Jean-Baptiste Lepères und Leihgaben unter anderem aus dem Pariser Louvre. Zu sehen bis zum 10. Januar 2010, Obenmarspforten, 50667 Köln, Di.-Fr. 10-18, Do. 10-22 Uhr, Sa. und So. 11-18 Uhr.
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