Vom 3. Mai 1953 bis zum 30. Oktober 2011 hat der Kurzwellensendedienst der Deutschen Welle Reisende an jedem Ort der Erde mit zuverlässigen Nachrichten versorgt. Die Abschaltung des Auslandsrundfunkdienstes in deutscher Sprache stellt einen bedeutenden Einschnitt in die Möglichkeit einer umfassenden Information über Ereignisse in Deutschland während einer Fernreise dar. Sicherlich mag der Kurzwellenrundfunk im Vergleich mit UKW oder DAB nicht der akustische Hit sein, aber die Reichweite ist unübertroffen. Seit einiger Zeit wurden die Kurzwellensendungen der "Deutschen Welle" übrigens nicht mehr aus Jülich gesendet, sondern aus dem britischen Wooferton.
Senderseitig wird auf eine Neuausrichtung wegen "Veränderungen in der internationalen Medienwelt" Rechnung getragen, aber diese Hinwendung zum Internet unter Aufgabe des Mediums Rundfunk stellt in vielen Regionen der Erde einen Rückschritt dar. Beispielsweise ist die Möglichkeit einer Internetübertagung auf den sieben Weltmeeren oder in Entwicklungsländern nicht unbedingt gegeben. Mit Hilfe eine "Weltempfängers" war der Empfang von Nachrichten aus aller Herren Länder einfacher möglich, wenn auch nicht in CD-Qualität.
Das digitale Kurzwellenradio DRM hätte vielleicht die Abkehr von der üblichen Kurzwelle aufhalten können, es ist aber, nicht zuletzt wegen sinkender Hörerzahlen der kurzen Wellen, offenbar nicht gelungen. Multimediale Online-Angebote sind in abgelegenen Regionen ohne Wert, es sei denn man investiert in eine portable Satellitenempfangsanlage.
DW-RADIO adé - Die Zukunft wird multimedialRundfunksendestelle Jülich 2008Merscher Höhe: Die Jülicher Wahrzeichen verschwinden