ReiseberichtDas Danewerk - eine mittelalterliche Befestigungsanlage

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Das Danewerk - eine mittelalterliche Befestigungsanlage

Ungelesener Beitrag#1von Hostmaster » Sonntag 25. Juli 2010, 11:16

In der Schleswiger Landenge befindet sich seit dem 7. Jahrhundert das aus diversen Wallanlagen bestehende Danewerk. Der Zugang nach Skandinavien über die Halbinsel Jütland ist nahe Schleswig durch den Ostseefjord der Schlei und die Niederungsgebiete der Flüsse Treene und Eider ein nur wenige Kilometer breites Nadelöhr. Die Anlage des Danewerks stellt an dieses Engstelle einen über ganz Schleswig-Holstein hinweg reichenden Schutzwall dar. Durch die große Ausdehnung in Ost-West-Richtung war während der gegebenen Nutzungsdauer des Walles sowohl eine Kontrolle der Landgrenze nach
Jütland, als auch des Seeweges zwischen Nord- und Ostsee kontrollieren.

Eine erstmalige urkundliche Erwähnung findet das Danewerk im Jahr 808. Die fränkischen Reichsannalen berichten über eine durch Godofredus errichtete Befestigungsanlage zwischen der Nord- und Ostsee. Dahin taucht die Handelsmetropole Haithabu unter dem Namen Sliesthorp auf. Erste Spuren des Danekwerks lassen sich auf das Jahr 680 n. Chr. datieren. Frühere Zeugnisse aus der Prä-Wikingerzeit liegen bisher nicht vor. Um 740 vor Chr. befand sich im am stärksten befestigten Teil des Walles eine mehr als fünf Kilometer lange Feldsteinmauer, deren Fugen nicht mit Mörtel sondern zeitgemäß mit Lehm verfugt waren.
Während der Zeit der Wikinger wurde das Danewerk um den 9 Kilometer langen Kograben und einen fast fünf Kilometer langen Verbindungswall erweitert. Der 980 errichtete Kograben verfügte über eine Palisadenbewehrung die auf dem 3 Meter hohen Wall angelegt war. Im Mittelalter erweiterte der dänische König Waldemar der Große (Waldemar I.) das Danewerk
um eine 4,50 Meter hohe gemauerte Ziegelsteinwand von 4,5 Kilometern Länge(!), die der Stabilisierung eines direkt dahinter beginnenden Erdwalls mit angeschlossenen Graben diente. Das Volumen allein der Ziegelmauer betrug eindrucksvolle 25.000 m³.

Das Danewerk erfüllte von 1400 bis 1860 keine bekannte Funktion als militärische Verteidigungsanlage. Erst 1861 wurden die Wallanlagen im Rahmen der "Danewerk-Stellung" reaktiviert und zu insgesamt 27 Schanzen ausgebaut. Bereits mit dem Ausbau des Danewerks zu einer zeitgemäßen Festungsanlage begann 1861 eine Zerstörung des historischen Danewerks. Die preußische Regierung begann erst 38 Jahre später, Schutzbestimmungen für den Erhalt des Danewerks zu erlassen. Unklare Besitz- und Rechtsverhältnisse, die Trägheit des Verwaltungsapparates sowie der Wunsch, auch die wirtschaftlichen Interessen der Anlieger zu berücksichtigen in Verbingung mit einem persistenten Unverständnis der Landwirte für einen Erhalt des Denkmals verzögerten den Erwerb durch den Kreis Sckleswig und verhinderten Bodendenkmalpflegerisch notwendige
Arbeiten


Waldemarsmauer und Schanze 14
Bild
Waldemarsmauer Bild


Das direkt neben dem Bauwerk gelegene Museum zeigt im Erdgeschoß eine Umfangreiche Aussellung zur Geschichte des Danewerks dar. Im ersten Obergeschoß ist eine neue Themenausstellung zur Neuzeit im Aufbau.

Weiterführendes Material: http://opus.unibw-hamburg.de/opus/vollt ... newerk.pdf
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Re: Das Danewerk - eine mittelalterliche Befestigungsanlage

Ungelesener Beitrag#2von Mistrinanka » Sonntag 25. Juli 2010, 12:53

Toller Artikel Hosti. Danke. War das urspünglich eine Burg oder waren das nur Schutzwälle?
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Re: Das Danewerk - eine mittelalterliche Befestigungsanlage

Ungelesener Beitrag#3von Hostmaster » Sonntag 25. Juli 2010, 20:03

Freut mich, daß Dir der Artikel gefallen hat, Ilonka.

Das Danewerk war zu keiner Zeit eine Burg sondern bildete stets nur einen Schutzwall. Im 19. und im 20. Jahrhundert wurde das Danewerk für militärische Zwecke reaktiviert und es erfolgte die Errichtung diverser Schanzen zur Feindabwehr. Im Schleswigschen Krieg 1864 wurde es von dänischen Pionieren als Verteidigungsanlage massiv ausgebaut. Die dänische Armee zog sich zunächst hinter dem Danewerk vor den sich nähernden Österreichern zurück, aber als die Gewässer vor der Wallanlage zuzufrieren drohten, wurde die 40.000 Mann starke Armee nordwärts auf die Düppeler Schanzen evakuiert. Das Danewerk war für viele Synonym einer uneinnehmbaren Festung, der Rückzug im Schneesturm und strengem Frost wurde eine nationale Katastrophe. 1864 bildeten die Düppeler Schanzen den Schauplatz der Entscheidungsschlacht im Deutsch-Dänischen Krieg.Am 18. April bezogen 37.000 Soldaten der preußischen Sturmkolonnen ihre Stellungen, die nur wenige Hundert Meter von der ersten dänischen Schanze entfernt lag. Nach achtstündiger Artillerievorbereitung begann am Vormittag der Sturmangriff. Bereits wenige Minuten nach Angriffsbeginn hatte die preußische Infanterie die Schanzen der ersten Verteidigungslinie eingenommen. In der Schlacht fielen etwa 3.600 Dänen und 1.200 Preußen. Die Düppeler Schanzen bilden noch heute eine wichtige nationale dänische Gedenkstätte. Hoch über der Ostsee gelegen bietet sich von der Festungsanlage, die in Teilen erhalten ist, ein phantastisches Panorama. Zu besichtigen sind ein Museum, historische Kanonen, die symbolträchtige Mühle und Reste der Schanzen und eines Blockhauses.


Blockhausfundament in Schanze IV
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Artillerie neben der historischen Mühle
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