Gigantische Baumkronen, wilde Tiere, von Menschenhand unberührte Natur - das sind die letzten Urwälder Europas. Nur an den Rändern des Kontinents können sich diese grünen Paradiese noch halten
Vor rund 2.000 Jahren war fast unser gesamter Kontinent von dichten Wäldern bewachsen. Zuerst praktizierten die Schifffahrtsnationen den Kahlschlag - für den Bau ihrer Flotten. Dann schlugen Siedlungen, Städte und Straßen Schneisen in die Wälder, die Industrialisierung forderte ihren Tribut. Brandrodungen schufen Äcker und Weideflächen, die Holz- und Papierindustrie fraß die Lebensgrundlage vieler Tiere auf, Abgase förderten das Waldsterben.
Zwar wuchs in Deutschland in den vergangenen 50 Jahren die Waldfläche wieder um eine Million Hektar auf rund elf Millionen Hektar, aber dabei handelt es sich überwiegend um angelegte Forste, die der Holzindustrie dienen. Dazu sind viele Bäume durch Emissionen geschädigt. Pünktlich zum von der UNO ausgerufenen "Jahr der Wälder" 2011 fordern Naturschutzorganisationen mehr Urwald in Deutschland - und damit die Ausweitung ungenutzter Waldgebiete, in denen sich Flora und Fauna ungestört entwickeln können.
In einigen entlegenen Regionen Europas existieren aber noch Urwälder und diese sind die Heimat der letzten wilden Wisente, von Braunbären und riesigen Elchen. In unberührter Wildnis gedeihen auch Pflanzen, die anderswo schon längst ausgestorben sind. Die majestätischen Baumriesen und das dichte Unterholz vereinen sich zu Orten von magischer Schönheit.
Der Lorbeerwald auf der kanarischen Insel La Gomera gehört ebenso dazu wie der Kalevalski-Urwald im russischen Karelien und sogar der Bayerische Wald. Dort überließ man in den vergangenen 40 Jahren große Teile sich selbst und so entstanden Ansätze zu einem neuen Urwald.
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